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Druckluftkosten senken: Effizienz steigern mit Druckluft‑Audit

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Martin Haagen

Geschäftsführer eeaser GmbH

Veröffentlicht am:

February 6, 2026

Productivity
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Druckluftkosten senken: Wie Unternehmen mit einem ganzheitlichen Ansatz ihre Energieeffizienz massiv steigern

Druckluft zählt zu den teuersten Energieträgern in der Industrie – und gleichzeitig zu den am häufigsten unterschätzten. Gerade weil Druckluft in nahezu jedem produzierenden Unternehmen eingesetzt wird, schlummern hier enorme Einsparpotenziale. Viele Verantwortliche wissen zwar, dass Druckluft viel Energie kostet, doch oft bleibt unklar, wo genau die Verluste entstehen und wie sich Druckluftkosten nachhaltig senken lassen.

In diesem Beitrag erfährst du, warum Druckluftsysteme so hohe Kosten verursachen, welche typischen Schwachstellen fast jedes Unternehmen betreffen und wie ein strukturiertes Druckluft Audit nach DIN EN ISO 11011 hilft, bis zu 30 % Energie einzusparen.

Dieser Artikel basiert auf dem Fachgespräch zwischen Energieexperte Martin Haagen und Marina Griesinger, technische Vertriebsleiterin bei Mader.

Form

Warum Druckluft ein Energiefresser ist

Druckluft zählt laut verschiedenen Branchenanalysen zu den größten Energieverbrauchern in der Industrie. Die Umwandlung von elektrischer Energie in Druckluft ist naturbedingt ineffizient – nur ein kleiner Teil wird tatsächlich als nutzbare Druckluft wirksam.

Gleichzeitig ist Druckluft ein Querschnittsmedium: Sie wird in unterschiedlichen Abteilungen benötigt, aber selten ganzheitlich betrachtet. Das führt dazu, dass Optimierungspotenziale oft liegen bleiben.

Form

Die drei zentralen Bereiche eines Druckluftsystems

Ein effizientes Druckluftsystem muss immer als Gesamtsystem gesehen werden. Marina Griesinger unterscheidet drei relevante Bereiche:

1. Drucklufterzeugung

2. Druckluftverteilung

3. Druckluftanwendung

Und in jedem dieser Bereiche lassen sich Druckluftkosten spürbar reduzieren.

Form

1. Drucklufterzeugung: Abwärme richtig nutzen

Kompressoren erzeugen nicht nur Druckluft – sie produzieren vor allem Wärme. Bis zu 90 % der eingesetzten Energie werden als Abwärme freigesetzt. Diese Energie ist bares Geld wert.

Typische Möglichkeiten zur Abwärmenutzung:

-Hallenheizung: Nutzung der warmen Zuluft direkt im Gebäude.

-Wärmetauscher: Einspeisung in Heizungs- oder Brauchwassersysteme.

-Prozesswärme: Nutzung der Wärme in anderen Produktionsprozessen.

Für viele Unternehmen ist das das größte Einsparpotenzial im Druckluftbereich – oft mit extrem kurzer Amortisationszeit.

Form

2. Druckluft-Leckagen: 20–30 % Einsparung möglich

Leckagen zählen zu den häufigsten und zugleich teuersten Problemen in Druckluftsystemen. In älteren Systemen verliert man oft bis zu ein Drittel der erzeugten Druckluft, ohne es zu bemerken.

Warum Leckagen so teuer sind:

-Sie verursachen permanenten Druckluftverlust.

-Sie erhöhen den notwendigen Erzeugungsdruck.

-Der Kompressor läuft häufiger und länger.

Ein strukturiertes Leckagemanagement umfasst:

-Identifikation aller Undichtigkeiten

-Bewertung nach Größe und Einsparpotenzial

-sofortiges Einplanen der passenden Ersatzteile

Gerade weil Leckagen schnell zu beheben sind, zählen sie zu den attraktivsten Sofortmaßnahmen.

Form

3. Druckluftverteilung: Gewachsene Netze als schleichende Kostenfalle

In vielen Betrieben wachsen Rohrleitungsnetze über Jahrzehnte mit. Das führt zu:

-unterschiedlichen Rohrdurchmessern

-Engstellen und Querschnittsverengungen

-langen Leitungswegen

-Druckverlusten durch falsche Materialkombinationen

Jede Engstelle führt dazu, dass weniger Druckluft ankommt – und dass der Kompressor mehr Leistung erbringen muss.

Eine optimierte Druckluftverteilung sorgt für:

-konstante Druckverhältnisse

-niedrigere Systemdrücke

-reduzierte Kompressorzyklen

-langfristig geringere Energiekosten

Form

4. Druckluftaufbereitung: Filter prüfen, unnötige Komponenten entfernen

Filter sind wichtig – aber nur, wenn sie wirklich benötigt werden. Häufig finden sich in Unternehmen:

-zugesetzte Filter (höherer Druckverlust)

-veraltete oder doppelte Filterstufen

-Filter, die gar keiner Maschine mehr zugeordnet sind

Schon der Austausch oder Ausbau einzelner Filter kann messbare Energieeinsparungen bringen.

Form

Warum die richtige Druckeinstellung so viel Geld spart

Ein oft unterschätzter Hebel ist der Systemdruck.

Jedes zusätzliche bar Druck erhöht den Energieverbrauch um 5–7 %.

Viele Maschinen benötigen jedoch gar nicht den hohen Sicherheitsdruck, mit dem Unternehmen standardmäßig arbeiten. Voraussetzung hierfür ist ein dichtes und gut ausgelegtes Netz.

Form

Das Druckluft Audit nach DIN EN ISO 11011: Die Basis für echte Optimierung

Statt einzelne Maßnahmen im Blindflug anzugehen, empfiehlt sich ein ganzheitliches Druckluft Audit. Es liefert präzise Messdaten über:

-Stromaufnahme der Kompressoren

-Volumenströme an verschiedenen Netzpunkten

-Drücke und Drucktaupunkte

-tatsächliche Verbrauchsspitzen

-Druckluftqualität

Aus den Daten entsteht ein detaillierter Maßnahmenkatalog inklusive Wirtschaftlichkeitsberechnung.

Typische Ergebnisse eines Audits:

-Potenzialübersicht nach Prioritäten

-konkrete Handlungsempfehlungen (Erzeugung, Verteilung, Anwendung)

-Vergleich verschiedener Kompressor-Fabrikate

-Möglichkeit zur Einbindung in ISO 50001

Die Kosten beginnen bei etwa 5.000 €, abhängig von Netzgröße und Messaufwand.

Form

BAFA-Förderung für Druckluft: Eine wichtige Chance

Viele Unternehmen wissen nicht, dass Druckluftmaßnahmen förderfähig sind. Dazu zählen:

-effiziente Kompressoren

-Maßnahmen im Rahmen eines förderfähigen Systemumbaus

-Audits, wenn sie mit der Umsetzung kombiniert werden

Wer ohnehin Investitionen plant, sollte unbedingt prüfen, welche BAFA-Förderprogramme infrage kommen.

Form

Warum Unternehmen Druckluftoptimierung oft hinauszögern

Obwohl die Einsparpotenziale riesig sind, wird das Thema häufig nicht priorisiert. Gründe:

-Druckluft ist nur eine Querschnittstechnologie

-Verantwortlichkeiten liegen oft bei verschiedenen Abteilungen

-Audits erzeugen erst Kosten, bevor Einsparungen sichtbar werden

-Akute Produktionsprobleme überlagern langfristige Optimierungen

Doch genau hier liegen enorme Chancen für Unternehmen, die energieeffizienter werden wollen.

Form

Fazit: Druckluftoptimierung ist ein strategischer Wettbewerbsvorteil

Druckluft optimieren bedeutet:

-Energiekosten senken

-CO₂ Emissionen reduzieren

-Systemstabilität erhöhen

-Produktionssicherheit verbessern

-Fördermittel nutzen

Unternehmen, die ihre Druckluft ernst nehmen, sparen nicht nur bares Geld, sondern schaffen die Basis für langfristige Energieeffizienz. Die wichtigste Botschaft von Marina Griesinger lautet deshalb:

„Keine Angst vor Druckluft – es gibt immer Potenziale, die man heben kann.“

Die komplette Vodcast Folge finden Sie hier!

Die Webseite von Mader finden sie hier!

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